2015 Lichterkette

Gute Vorsätze fürs neue Jahr: So halten Sie sie ein

Wenn das Jahr zu Ende geht und man auf das neue Jahr zusteuert, formen sich in den Köpfen vieler Menschen die guten Vorsätze für das nächste Jahr. Was bei den einen ein spontan gefasster Entschluss um Mitternacht ist, planen die anderen schon wochenlang vorher. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Die wenigsten Vorsätze werden tatsächlich in die Tat umgesetzt. Doch welche Vorsätze bewegen die Deutschen am meisten und wie schaffen sie es, sie auch in die Tat umzusetzen? Wir haben uns für Sie einige Gedanken über die guten Vorsätze gemacht – und auch über die schlechten.

Die Klassiker: Die häufigsten guten Vorsätze fürs neue Jahr

© istock.com/pojoslaw

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Was denken Sie, welche Vorsätze nehmen sich die Deutschen am öftesten vor? Die Forsa hat diese Liste mit den häufigsten guten Vorsätzen fürs neue Jahr zusammengestellt:

  • 57 Prozent möchten Stress vermeiden oder reduzieren
  • 54 Prozent wünschen sich mehr Zeit für die Familie oder die Freunde
  • 52 Prozent planen, mehr Sport zu treiben oder sich mehr zu bewegen
  • je 47 Prozent möchten mehr Zeit für sich selbst und sich gesünder ernähren
  • 31 Prozent wünschen sich, im neuen Jahr ihr Gewicht zu reduzieren
  • 26 Prozent möchten das neue Jahr sparsamer beginnen
  • 16 Prozent wollen den Fernseher öfter aus lassen
  • 12 Prozent planen, ihren Alkoholgenuss zu reduzieren
  • 11 Prozent möchten endlich vom Glimmstängel loskommen

Standen einer oder mehrere dieser Vorsätze auch schon mal auf Ihrem Wunschzettel für das neue Jahr? Dann sind Sie damit ganz sicher nicht allein. Vielleicht gehören aber auch Sie zu den über 50 Prozent der Deutschen, deren Vorsätze oft schon nach wenigen Tagen oder einigen Wochen doch wieder im Nichts verpufft sind. Doch woran liegt es, wenn wir gute Vorsätze fürs neue Jahr nicht einhalten?

Warum wir mit unseren guten Vorsätzen fürs neue Jahr scheitern

© istock.com/laflor

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Warum man an seinen eigenen Vorsätzen und Plänen scheitert, ist individuell und hängt ebenso von der eigenen Persönlichkeit wie vom geplanten Vorhaben ab. Es gibt aber auch einige Parallelen, die sich bei vielen Gescheiterten wiederfinden:

  • Spontaneität: Man entscheidet sich spontan zu einem guten Vorsatz, hat sich aber gar nicht genau überlegt, warum man sich die Veränderung wünscht und wie sie genau aussehen soll.
  • Äußere „Zwänge“: Eigentlich wünscht man sich selbst keine Veränderung. Der Vorsatz spiegelt vielmehr wieder, was andere sich wünschen (z. B. rät der Arzt zur Gewichtsreduzierung, der Ehepartner besteht auf dem Verzicht auf Zigaretten).
  • Fehlendes Maß: Sie wollen gesünder leben? Dann treiben Sie mehr Sport, hören auf zu rauchen und zu trinken und ernähren sich ab sofort gesund. Aber jedes dieser Ziele ist für sich genommen schon sehr anspruchsvoll – mehrere davon auf einmal erreichen zu wollen, wäre selbst für sehr willensstarke Menschen Utopie.
  • Unrealistische Ziele: „Bis zur Hochzeit in drei Monaten möchte ich 15 kg weniger wiegen.“ Schon so manche Braut musste am Hochzeitstag feststellen, dass sie sogar zugenommen hat. Die zu hoch gesteckten Ziele haben sie so frustriert, dass die Pfunde sich sogar noch vermehrt haben. Unrealistische Ziele demotivieren von vornherein, weil wir unterbewusst eigentlich wissen, dass wir sie nicht erreichen können.
  • Übertriebener Perfektionismus: Auch übertriebener Perfektionismus ist ein Problem des „zu viel Wollens“. Ein Beispiel: Sie nehmen sich vor, endlich laufen oder joggen zu gehen. Anstatt aber ein paar Schuhe anzuziehen und einfach loszulaufen, studieren Sie stundenlang Fachzeitschriften, um die perfekten Laufschuhe zu finden, die ideale Atemtechnik zu entwickeln oder Ihren Laufstil zu analysieren und verzetteln sich. Die Motivation geht schon verloren, noch bevor Sie überhaupt angefangen haben.
  • Unkonkrete Ziele: „Im neuen Jahr will ich endlich weniger arbeiten.“ Derart vage formulierte Ziele bieten wenig Antrieb für Veränderungen.
  • Unrealistisches Umfeld: Die alleinerziehende Mutter möchte mehr Zeit für sich, der gestresste Geschäftsmann möchte aufhören zu rauchen. Stimmt aber das „Drumrum“ nicht, wird es nichts mit den guten Vorsätzen. Wo keine Kinderbetreuung möglich ist, klappt es mit der Freizeit der Mutter ebenso wenig wie der Verzicht auf Zigaretten bei zu viel Stress.

Stress durch gute Vorsätze

Viele Deutsche haben es inzwischen gänzlich aufgegeben, sich gute Vorsätze zu machen, ganz getreu dem Motto: „Das klappt sowieso nicht!“. Wer schon oft gescheitert ist, will irgendwann aus Angst vor dem Versagen gar nichts mehr versuchen. Gute Vorsätze können tatsächlich Stress verursachen, beispielsweise wenn man Ziele verfolgt, die einem eigentlich überhaupt nicht liegen.

Anfänglich feiern sie noch erste Erfolge. Dafür belohnen sie sich dann aber (zu früh) mit kleinen Ausnahmen, die viel zu schnell wieder zum Normalzustand werden. Sie werden nachlässig und ehe sie sich versehen, sind die alten Gewohnheiten wieder voll präsent. Übrig bleibt lediglich das schlechte Gewissen – und das verursacht Stress.

Vorsätze für ein neues Jahr: So etablieren Sie eine neue Gewohnheit

Sehr häufig geht es bei guten Vorsätzen um neue oder geänderte Gewohnheiten. Doch insbesondere langjährige Gewohnheiten lassen sich nicht von jetzt auf gleich ändern. Dies fordert Ihnen vor allem Disziplin und Durchhaltevermögen ab. Nicht umsonst sagt man: „Es dauert mindestens einen Monat, bis eine neue Gewohnheit etabliert ist“. Bei der Änderung alter Gewohnheiten dauert es mitunter noch länger. Für Sie bedeutet das, dass Sie sich mindestens so lange konsequent jeden Tag dazu zwingen müssen, die jeweilige „Aufgabe“ im Sinne Ihres Ziels zu erfüllen und kein Wenn und Aber zu akzeptieren.

Möchten Sie sich beispielsweise angewöhnen, die Geschirrspülmaschine gleich nach dem Essen einzuräumen, sollten Sie dies insbesondere in den ersten Wochen sehr konsequent tun. Sie werden bald feststellen, dass es Ihnen mehr und mehr zur Angewohnheit wird und Sie sich irgendwann selbst nicht mehr dazu „zwingen“ müssen, sondern es automatisch tun, ohne darüber nachzudenken. Erst dann können Sie davon ausgehen, dass sich Ihre Gewohnheit etabliert hat.

Die wichtigsten Regeln für erfolgreich umgesetzte Vorsätze

© istock.com/blueclue

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Befolgen Sie diese Tipps, haben Sie die besten Chancen, Ihre guten Vorsätze fürs neue Jahr tatsächlich auch umsetzen zu können:

  • Werden Sie konkret: Formulieren Sie wirkliche Ziele, keine hohlen Phrasen. Notieren Sie sich statt „Ich will abnehmen“ gedanklich „Bis Ende März will ich vier Kilogramm weniger wiegen“. Statt „Ich möchte mehr Sport treiben.“ nehmen Sie sich vor „Ab sofort will ich mich zweimal pro Woche 30 Minuten bewegen, egal ob Spaziergang oder Besuch im Fitnessstudio.“.
  • Bleiben Sie realistisch: Fassen Sie Vorsätze, die Sie auch realistisch erreichen können. Verzichten Sie auf den unrealistischen „Rundumschlag“, sondern nehmen Sie sich zunächst einmal erreichbare Ziele vor, beispielsweise 1 kg Gewichtsreduzierung pro Monat, die Reduzierung des Süßigkeiten-Konsums um die Hälfte oder die Etablierung von zweimal einer Stunde Zeit für sich selbst pro Woche. Haben Sie diese Ziele erreicht, können Sie sich wieder neue Ziele setzen.
  • Denken Sie voraus: Fassen Sie Ihre Vorsätze nicht zu spontan, sondern machen Sie sich vorher Gedanken darüber. Können Sie Ihr Vorhaben in Ihrer aktuellen Lebenssituation umsetzen? Sind die nötigen Voraussetzungen vorhanden? Möchten Sie es wirklich umsetzen?
  • Schränken Sie sich ein: Statt alles auf einmal ändern zu wollen, nehmen Sie sich nur ein Ziel vor. Wenn Sie zu viele Baustellen auf einmal aufmachen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Sie keine davon je zu Ende bringen.
  • Schaffen Sie Motivation: Überlegen Sie sich nicht nur, WAS Sie erreichen möchten, sondern auch WARUM. Welche Vorteile bringt es Ihnen, Ihr Gewicht zu reduzieren oder mehr Freizeit zu haben? Schreiben Sie sie auf ein Plakat und hängen Sie es in Ihrem Zuhause oder Büro auf – so werden Sie ständig daran erinnert, wofür Sie die „Strapazen“ auf sich nehmen.
  • Sorgen Sie für den Notfallplan: Bei dem Versuch, neue Gewohnheiten zu etablieren, werden Sie mit Rückschritten, Versuchungen und Ausnahmen zu kämpfen haben. Legen Sie sich bereits im Vorfeld Strategien für solche Fälle zurecht, damit Sie dann nicht in alte Muster zurückfallen.
  • Gehen Sie es nicht alleine an: Sofern es sich um Ziele handelt, die Sie mit anderen gemeinsam haben (z. B. abnehmen oder Sport treiben), können Sie sie auch zusammen angehen. Zu zweit ist man beim Sport deutlich motivierter als alleine.
  • Finden Sie Ihren Weg: Es gibt sehr viele Wege, sein Ziel zu erreichen. Es muss nicht unbedingt die neue Trenddiät komplett ohne Kohlehydrate oder das neueste Sportgerät mit hohem Anschaffungspreis sein – einfaches „Friss die Hälfte“ oder ein Springseil erfüllen auch ihren Zweck. Finden Sie einfach eine Methode, die zu Ihnen passt und mit der Sie sich selbst anfreunden können, ohne sich selbst zu verbiegen.
  • Akzeptieren Sie die Mühe: Machen Sie sich schon im Vorfeld bewusst, dass sich nur etwas ändert, wenn Sie dran bleiben, alle Disziplin aufbringen und sich Tag für Tag selbst überwinden.

 

Einfach mal anders: Die Liste für gute Vorsätze fürs neue Jahr

© istock.com/GlobalStock

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Vorsätze in Zusammenhang mit der Ernährung, Sport und Zigaretten haben ihren Reiz für Sie verloren? Dann nehmen Sie sich doch einfach mal etwas ganz anderes vor. Wir haben eine Liste mit möglichen guten Vorsätzen für Sie zusammengestellt, die vielleicht eine passende Anregung für Sie parat hält:

  • Ich begrenze die Zeit für Facebook & Co. auf maximal eine Stunde täglich.
  • Ich werde mir nur noch eine Fernsehsendung pro Tag aussuchen und sie nur ansehen, wenn sie mich wirklich interessiert.
  • Ich schaue mir die größten Klassiker der Filmgeschichte an, auch wenn sie nicht von Quentin Tarantino oder Steven Spielberg stammen.
  • Ich möchte an jedem Tag herzlich lachen.
  • Ich schreibe wieder mehr Karten – nicht nur aus dem Urlaub, sondern auch zu Geburtstagen, Weihnachten und „einfach so“.
  • Ich suche mir einen Brieffreund.
  • Ich werde öfter die Wahrheit sagen.
  • Ich gehe regelmäßig zum Blutspenden.
  • Ich stehe früher auf, um auf dem Weg zur Arbeit nicht hetzen zu müssen.
  • Ich werde meine Wohnung entrümpeln, Zimmer für Zimmer, Schrank für Schrank.
  • Ich möchte meine Großeltern öfter besuchen, solange sie noch da sind.
  • Ich gehe mindestens dreimal die Woche zu Fuß.
Kinder mit Großeltern

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Sie finden gute Vorsätze zu Silvester nicht gut und setzen Ihre Ziele lieber direkt um, statt auf das Jahresende zu warten? Dann sollten Sie für die Silvesternacht einige lustige gute Vorsätze auf Lager haben, die Sie Ihren neugierigen Freunden auf Nachfrage auftischen können. Hier einige Beispiele:

  • Ich nehme mir vor, so zu bleiben, wie ich bin.
  • Ich möchte kein Geld mehr für Zigaretten ausgeben – sondern sie lieber bei Freunden schnorren.
  • Ich will einmal in der Woche das nächste Fitnessstudio besuchen, um nachzusehen, ob es nicht eingestürzt ist.
  • Ich nehme mir vor, mir nichts vorzunehmen.
  • Ich möchte auf der Autobahn nicht mehr schneller als 270 km/h fahren.

In diesem Sinne: Das Team der Kartenmanufaktur wünscht Ihnen einen guten Rutsch in das neue Jahr!