Ich bin Trauzeuge, was nun? Aufgaben, Ideen und Tipps

Der schönste Tag im Leben der Schwester, des besten Freundes oder eines anderen lieben Menschen steht an – es wird geheiratet. Sie haben die ehrenvolle Aufgabe, die Trauung zu bezeugen? Herzlichen Glückwunsch! Es warten wunderschöne Momente auf Sie. Doch natürlich haben Trauzeugen auch ein paar wichtige Aufgaben. Hier erfahren Sie, welchen Pflichten Sie nachkommen sollten, wie Sie die Eheleute am besten unterstützen und Sie bekommen Tipps, wie Sie Ihren „Job“ mit Bravour meistern.

Trauzeugen-Pflichten

Ursprünglich haben Trauzeugen nur zwei wirkliche Pflichten:

  • Die Ehe bezeugen: Die Hauptaufgabe des Trauzeugen war ursprünglich, die Eheschließung vor dem Gesetz zu bezeugen. Heute ist es bei einer standesamtlichen Trauung nicht mehr Pflicht, die Eheschließung durch Trauzeugen bezeugen zu lassen, es steht dem Ehepaar aber natürlich frei, dies dennoch zu tun. Diesen Part erledigen Sie also ganz leicht. Sie brauchen nur anwesend zu sein und an der richtigen Stelle Ihre Unterschrift setzen.
  • Die Ehe unterstützen: Hier wird es schon kniffliger. Trauzeugen gelten auch als erste Instanz der Eheberatung. Sollte es also zukünftig zwischen den Eheleuten kriseln, sind Sie – auch unaufgefordert – dazu angehalten, zwischen den Parteien zu vermitteln und die Ehe, wenn möglich, zu retten.

Mit der Zeit haben sich noch viele weitere Aufgaben herauskristallisiert, die Trauzeugen zu erledigen haben. Das geht von Klassikern wie einer Trauzeugenrede und der Organisation des Junggesell(inn)enabschieds bis hin zu sehr spezifischen Wünschen des Brautpaares. Wie sehr Sie sich in die Planung und Durchführung der Feierlichkeiten involvieren, hängt natürlich vom Brautpaar ab. Während einige Paare sich intensive Beratung und Unterstützung wünschen, sind andere mit dem „Basic“-Paket glücklich. Wir haben für Sie die gängigsten Aufgaben von Trauzeugen zusammengefasst.

Die wichtigsten Aufgaben der Trauzeugen

Trauzeuge mit Hand auf dem Rücken des Bräutigams

© Neustockimages/iStock

Das Wichtigste zuerst: Sie sind die Rückendeckung des Brautpaares! Egal welche tatsächlichen Aufgaben Sie übernehmen, vor allem müssen Sie Braut und Bräutigam während der Vorbereitungen und auf der Feier zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die zwei sich so gut wie möglich entspannen können. Zum Beispiel: Die Braut steht eine Woche vor dem großen Tag kurz vor einem Nervenzusammenbruch, weil die Blumen nicht zu den Tischdecken passen? Beruhigen Sie sie! Stellen Sie Ihr eine Tasse Tee hin und sprechen Sie mit Florist und Veranstaltungsort über Alternativen. Wenn das Problem nicht zu lösen ist, rücken Sie die Dramatik der Situation ins rechte Licht: Auf der Feier werden eh alle auf ihr tolles Kleid achten und die Tischdecken interessieren dann keinen mehr. Der Bräutigam bekommt kurz vor der Trauung doch noch kalte Füße? Jetzt ist sein Trauzeuge gefragt! Legen Sie sich am besten schon vorher einige Argumente zurecht, warum diese Last-Minute-Panik ganz normal ist und weshalb diese Hochzeit die beste Entscheidung seines Lebens sein wird. Auf dem Fest fühlt sich die Brautmutter vernachlässigt? Haben Sie als Trauzeuge auch die anderen Gäste im Auge. Nichts ist schlimmer, als wenn sich das Brautpaar auch noch um die Befindlichkeiten von Verwandten kümmern muss. Ist das Paar gerade mit anderen Gästen beschäftigt, drehen Sie doch mal eine kleine Runde, beglückwünschen Sie die Familie, loben Sie deren Einsatz bei der Planung oder eine besonders schöne Rede, fragen Sie nach, ob sie Spaß auf der Feier haben. Denken Sie immer daran: Sie sind das Bollwerk zwischen dem Brautpaar und allen potentiellen Katastrophen!

Aufgaben der Trauzeugen bei der Hochzeitsvorbereitung:

  • Brautkleid und Anzug kaufen: Als Trauzeuge sind Sie wichtiger Berater des Brautpaares und helfen meistens auch bei der Auswahl von Brautkleid und Anzug. Dabei sind zwei Dinge besonders wichtig: 1. Seien Sie absolut ehrlich! Ist ein Brautkleid etwas unvorteilhaft? Sagen Sie es der Braut. Auch wenn die Spitzenstickerei noch so schön ist, wenn die Robe nicht sitzt, wird sie es später bereuen. Ist der Anzug zu eng oder die Weste zu unelegant, lassen Sie es den Bräutigam wissen! 2. Sorgen Sie dafür, dass die Brautleute ihren Willen bekommen! Vermutlich werden auch Eltern, Geschwister und Freunde zur Auswahl von Kleid und Anzug mitkommen. Und natürlich sollen die auch ihre Meinung sagen. Stellen Sie aber sicher, dass eine Braut sich nicht gegen ihr Traumkleid entscheidet, weil ihre Mutter weniger Tüll schöner fände. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich im Laden das Brautkleid ebenfalls erklären lassen, damit Sie der Braut beim Ankleiden und auf der Toilette helfen können. Wo lässt sich die Schleppe befestigen? Wie ziehen Sie das Korsett zusammen, etc. Tipp: Wenn die Braut das Kleid kauft, bevor der Bräutigam auf Anzugsuche geht, können die Trauzeugen bereits Details wie Farbe und Muster austauschen und so dafür sorgen, dass die Outfits gut zusammen passen, zum Beispiel mithilfe eines farblich abgestimmten Einstecktuchs oder eines ähnlichen Musters auf der Krawatte.
    • Die Braut wird außerdem bei folgenden Dingen beraten: Frisur und Make-up sowie Maniküre, Schuhe (Tipp: empfehlen Sie ihr, für später auch flache Schuhe einzupacken), Schmuck, Handtasche, Unterwäsche, Brautstrauß, Schleier
    • Der Bräutigam wird außerdem bei folgenden Dingen beraten: Frisur und ggf. Bart, Schuhe, Manschettenknöpfe, Krawatte (bzw. Fliege), Einstecktuch, Blume am Revers (sollte mit dem Brautstrauß mitbestellt werden)
  • Den Ablauf der Hochzeit planen (meistens Aufgabe der Trauzeugin): Lassen Sie sich vom Brautpaar die Kontaktdaten aller Gäste geben und schreiben Sie am besten bereits einige Monate vor der Hochzeit alle an, um sich vorzustellen und darum zu bitten, dass geplante Spiele oder Reden bei Ihnen angemeldet werden. So können Sie vermeiden, dass zwei Freundesgruppen die gleiche Aktion planen und außerdem einen Ablaufplan erstellen. Sprechen Sie mit dem Brautpaar ab, welche festen Aktionen wann anstehen (Trauung, Fotoshooting, Reihenfolge der Gänge, Hochzeitstanz, Anschneiden der Torte, etc.). Dann können Sie die anderen „Showeinlagen“ drumherum planen. Achten Sie darauf, was wann passt: Reden und Spiele zwischen den Gängen, Diashows erst nach Eintreten der Dunkelheit, etc. Halten Sie sich aber nicht zu sklavisch an diesen Plan. Verlegen Sie auch einfach mal ein Spielchen nach hinten, wenn den Gästen gerade eher nach Kaffeeklatsch ist. Tipp: Sprechen Sie vorher mit dem Brautpaar ab, ob bestimmte Einlagen unerwünscht sind. Wollen Sie zum Beispiel bei bestimmten Spielchen nicht mitmachen oder soll Tante Helga auf keinen Fall eines ihrer selbstkomponierten Lieder vortragen? Sorgen Sie dafür, dass das Brautpaar an allen Aktionen auch Spaß haben wird. Ganz wichtig ist das Thema „Brautentführung“. Wenn das Brautpaar diese nicht wünscht, teilen Sie das allen potentiellen Entführern mit. Sollte eine Brautentführung geplant sein, sollten Sie sich auf jeden Fall eine Aktivität für die übrige Hochzeitsgesellschaft ausdenken, damit sich diese nicht zu sehr langweilt.
  • Die Geschenkeliste: Einer der Trauzeugen sollte auch die Geschenkeliste verwalten. Lassen Sie sich am besten im Vorfeld vom Brautpaar eine Liste geben und bieten Sie den Gästen an, auf Anfrage Tipps zu geben. So bekommt das Brautpaar, was es will, und Sie können vermeiden, dass auf dem Hochzeitstisch Geschenke doppelt auftauchen. Hier finden Sie eine Liste mit individuellen Ideen für Hochzeitsgeschenke.
  • Der Junggesell(inn)enabschied: Dies ist die Trauzeugen-Königsdisziplin. Auch hier ist wieder das Wichtigste: Planen Sie einen Abend, der Braut bzw. Bräutigam gefällt. Setzen Sie sich hier auch gegen übereifrige Freunde durch. Möchte der Bräutigam wirklich in einen Strip-Club? Hat die Braut Spaß daran, mit einem Bauchladen durch die Discotheken zu laufen? Klären Sie das im Vorfeld unbedingt ab. Wenn Sie die Braut oder den Bräutigam komplett überraschen wollen, fragen Sie zur Not den Partner. Was Sie nicht ungefragt planen sollten, ist die Gästeliste. Bringen Sie in Erfahrung, wen die Brautleute an ihrem Junggesellenabschied dabei haben wollen. Dann wird es sicherlich ein unvergesslicher Abend. Hier finden Sie praktische Tipps und ungewöhnliche Ideen für den perfekten Junggesell(inn)enabschied.
  • Weiteres: Außerdem sollte geklärt sein, ob es eine Hochzeitszeitung geben soll, ob jemand vorhat, Kirche, Auto, Wohnung, Hotelzimmer, o.Ä. zu schmücken, ob Reis, Seifenblasen, Konfetti, Rosenblüten etc. geworfen werden sollen, und wer sich um diese Punkte kümmert. Versuchen Sie, so viel wie möglich zu delegieren. Klären Sie außerdem mit den Lokalitäten (Kirche, Standesamt, Veranstaltungsraum, etc.), ob es bestimmte Regeln gibt und teilen Sie den anderen Gästen mit, wenn zum Beispiel das Werfen von Reis, das Loslassen von Ballons, brennende Kerzen oder das Mitbringen von Tieren (z.B. Tauben zum Fliegenlassen) verboten sind.
  • Erinnern Sie das Brautpaar: Es gibt auch Dinge, die das Brautpaar selbst organisieren muss. Sie sollten sie dennoch im Kopf behalten und das Brautpaar daran erinnern und gegebenenfalls beratend zur Seite stehen. In unserer großen Hochzeits-Checkliste finden Sie eine praktische Übersicht. Zu den wichtigsten Dingen gehören:
    • Hochzeitseinladungen (oder auch lustige Einladungskarten zur Hochzeit, ggf. schon ein Save the Date): Wenn man sichergehen will, dass sich alle das Wochenende freihalten, kann es sich lohnen, bereits weit im Voraus eine Vor-Einladung, ein sogenanntes „Save the Date“ zu verschicken. Dies beinhaltet noch keine Angaben zu Location und Zeitplan, bittet die Gäste aber, sich den Termin freizuhalten. Die richtige Einladungskarte sollte dann ca. 6 bis 3 Monate vor der Hochzeit verschickt werden. Besonders schön ist es, wenn die individuell gestaltet sind, ggf. sogar mit einem Bild des Brautpaars.
    • Location: Sobald der Termin feststeht, sollte das Brautpaar sich sowohl um Kirche bzw. Standesamt als auch um eine Location für die Feier kümmern. Gerade beliebte Veranstaltungsräume sind oft lange im Voraus ausgebucht. Wenn das zuständige Standesamt dem Brautpaar nicht zusagt, schlagen Sie eine Trauung in den Veranstaltungsräumen vor. So gut wie jedes Standesamt hat mobile Standesbeamte, die die Trauung auch außerhalb des Amtes vornehmen. Hier finden Sie ein paar schöne Ideen für Hochzeiten unter freiem Himmel.
    • Auto: Wünscht sich das Brautpaar ein besonderes Hochzeitsauto? Vielleicht eine Fahrt in einem schicken Oldtimer, einer Limousine oder gar einer Pferdekutsche?
    • Sitzordnung (+ Tischkarten): Wer soll mit am Tisch der Hochzeitsgesellschaft sitzen (meistens die engste Familie und die Trauzeugen)? Wie kann man die anderen Tische zusammensetzen? Kennen sich vielleicht einige Gäste schon? Oder wissen Sie von Personen, die sich nicht kennen, aber gleiche Hobbys oder Berufe haben? So können Sie schon im Vorfeld sicherstellen, dass den Leuten nicht der Gesprächsstoff ausgeht. Achten Sie auch darauf, dass Personen, die sich vielleicht nicht so gut leiden können, weit auseinander sitzen.
    • Tischdeko und Blumen
    • Menü (+ Menükarten Hochzeit): Soll es eine richtige Menüfolge oder aber ein Buffet geben? Klären Sie vorher, ob es beim Essen Dinge zu beachten gibt. Sind unter den Gästen zum Beispiel Vegetarier oder Personen mit Lebensmittelunverträglichkeiten? Auf solche Sonderfälle sollte natürlich eingegangen werden. Das Wichtigste ist aber, dass es dem Brautpaar schmeckt. Achten Sie also als Trauzeuge darauf, dass der Bräutigam nicht auf sein Steak verzichtet, weil Onkel Herbert lieber Schnitzel isst. Darum sollte das Brautpaar auch auf jeden Fall ein Probeessen vereinbaren und auch mehrere Caterer testen.
    • Hochzeitstorte: Freuen Sie sich! Wenn Sie es geschickt anstellen, nimmt das Brautpaar Sie vielleicht zum Torte-Probeessen mit. Tolle Ideen finden Sie auch in unserem großen Hochzeitstorten-Guide.
    • Musik: Band oder DJ? Das Brautpaar hat die Qual der Wahl. Als Trauzeuge können Sie aber zum Beispiel bei den Gästen nachfragen, ob jemand eine gute Band oder einen DJ empfehlen kann. Vielleicht spielt ja auch jemand selbst ein Instrument und stellt sich für eine Einlage, zum Beispiel in der Kirche, zur Verfügung. Das kann der Feier eine persönliche Note geben.

Aufgaben der Trauzeugen am Tag der Hochzeit:

Trauzeugin und Braut mit Schleier

© siimt/iStock

  • Packen Sie ein Nottäschchen: Während der Hochzeitsfeier kann vieles schiefgehen und kleine Missgeschicke fühlen sich schnell an wie ausgewachsene Katastrophen. Folgende Dinge sollten Sie darum als Trauzeuge parat halten: Kaugummi, Ersatzstrumpfhose, Taschentücher, Pflaster, Sicherheitsnadeln, Haar-Pins, etwas Bargeld, Make-up (Puder, Lippenstift der Braut, Nagellack der Braut, Lidschatten der Braut, Kajal, Mascara), Wattestäbchen, Mini-Spiegel, Handy-Ladekabel bzw. Ersatz-Akku, klaren Nagellack (für Laufmaschen), Deo, Kopfschmerztabletten, Nagelschere, Klebstoff (Tesafilm, Leukoplast, Sekundenkleber, o.Ä.), Notfallzigarette und Feuerzeug (falls das Brautpaar raucht), Papier und Stift, die Telefonnummern der wichtigsten Personen der Hochzeitsgesellschaft (sowie vom Fotografen, Caterer, Standesbeamten, Veranstaltungsort und anderer Dienstleister).
  • Achten Sie darauf, dass Braut und Bräutigam genug essen und trinken: Auch wenn sie vermeintlich zu nervös sind oder keine Zeit haben, bestehen Sie darauf, dass zumindest ein Brötchen gefrühstückt wird. Es wäre doch schade, wenn der Kreislauf irgendwann nicht mehr richtig mitspielt oder die Braut schon vom Begrüßungs-Schampus ganz benebelt wäre.
  • Rede bzw. Toast: Auch die Trauzeugen sind in der Regel angehalten, eine Rede oder einen Toast zu halten. Sehr schön kann es auch sein, dies gemeinsam zu planen und zusammen vorzutragen. Auf jeden Fall sollten einige witzige und persönliche Anekdoten enthalten sein, die ein Großteil der Hochzeitsgesellschaft nicht kennt. Passen Sie aber auf, dass Sie das Brautpaar nicht zu arg blamieren. Eine lustige Anekdote auszuplaudern, sorgt für einen charmanten Lacher. Geben Sie aber auf keinen Fall unangenehme oder intime Geheimnisse preis. Als kleine Gedankenstütze können Sie sich vorher einmal überlegen, was die Beziehung der beiden besonders macht. Haben sie ein besonders freundschaftliches Verhältnis? Spürt man vielleicht immer, dass es zwischen den beiden knistert? Oder haben Sie schon schwere Zeiten überstanden? Solche Details helfen Ihnen, einen roten Faden zu finden und sorgen sicherlich auch für den ein oder anderen gerührten Blick.
  • Ringe: Dies ist Aufgabe des Trauzeugen! Lassen Sie sie sich rechtzeitig aushändigen (bzw. holen Sie sie rechtzeitig vom Juwelier ab) und lassen Sie sie morgens auf keinen Fall auf dem Küchentisch liegen!

Ideen für Hochzeits-Spiele:

Wenn den anderen Gästen nichts einfällt, motivieren Sie sie doch, indem Sie selbst einige schöne Aktionen vorschlagen, für die sich dann Organisatoren bei Ihnen melden können. Hier finden Sie ein paar Anregungen:

  • Das Hochzeitsherz: Dieses Spiel findet direkt nach der Trauung statt. Auf ein Bettlaken wird ein mannshohes Herz aufgemalt, dann wird das Laken stramm gespannt (etwa zwischen zwei Bäumen). Die Eheleute bekommen je eine Schere und müssen eine Seite des Herzens ausschneiden. Wer zuerst mit seiner Seite fertig ist, wird in der Beziehung das Sagen haben. Eine nette Ergänzung ist außerdem, wenn der Bräutigam seine Braut im Anschluss durch das freigeschnittene Herz, also quasi über die Schwelle ins neue Leben, trägt.
  • Die Wunsch-Ballons: Hier schreiben die Gäste Wünsche für das Brautpaar auf adressierte und frankierte Postkarten, die dann an Helium-Ballons in den Himmel entschweben. Finder der Ballons sollen dann die Postkarten in einen Briefkasten stecken. Wenn die Postkarte beim Brautpaar ankommt, geht der Wunsch in Erfüllung.
  • Topf und Deckel? Das Brautpaar wird Rücken an Rücken auf zwei Stühle gesetzt und muss seine Schuhe ausziehen. Dann bekommt jeder sowohl einen eigenen Schuh als auch einen Schuh des Partners. Nun werden Ihnen Fragen gestellt, die durch Hochhalten des passenden Schuhs mit „Er“ oder „Sie“ beantwortet werden können. Zum Beispiel: „Wer erledigt mehr im Haushalt?“ oder „Wer wird als erstes den Hochzeitstag vergessen?“ und „Wer kann besser einparken?“ usw. Für jede Übereinstimmung (also den gleichen hochgehaltenen Schuh) bekommt das Paar einen Punkt. So kann am Ende prozentual ausgerechnet werden, wie kompatibel die beiden sind. Natürlich können statt Punkten auch Rosen, Geschenke, o.Ä. vergeben werden.
  • Der Schlüsseltanz: Dies ist ein Spiel für die ganze Hochzeitsgesellschaft. Zu Beginn verschenken Sie eine Truhe, die mit vielen Schlössern verschlossen wurde. Die Schlüssel zu den Schlössern verteilen Sie unauffällig unter Mitgliedern der Hochzeitsgesellschaft. Natürlich können die Gäste auch selbst Schlösser mitbringen und die Truhe damit verschließen. Was letztendlich in der Truhe steckt, ist nebensächlich, denn der Weg ist das Ziel: Das Brautpaar muss sich diese Schlüssel erfragen. Der Clou ist, dass erst nach einem gemeinsamen Tanz nach dem Schlüssel gefragt werden darf. So wird sichergestellt, dass möglichst schnell möglichst viele Leute auf die Tanzfläche kommen.
  • Das Quiz: Dieses Spiel braucht relativ viel Vorbereitung, ist dann aber auch sehr effektiv. Bei einem Quiz werden unter der Hochzeitsgesellschaft persönliche Gegenstände des Brautpaars verlost. Clou 1: Es handelt sich um persönliche und/oder wichtige Gegenstände – einen BH, das Arbeitshandy, ein Fotoalbum mit Babyfotos. Diese müssen natürlich von einer dem Paar nahestehenden Person kurz vor der Feier „entwendet“ werden. Clou 2: Die Fragen sollten quasi unbeantwortbar sein (entweder schweres Allgemeinwissen oder private Details des Brautpaars). Aber Sie haben natürlich vorgesorgt und sich mit einigen Gästen abgesprochen, die dann doch auch die absurdesten Fragen beantworten können und die „Preise“ abstauben. Zum Schluss werden natürlich alle „gewonnenen“ Gegenstände wieder zurückgegeben. Wichtig ist bei diesem Spiel, dass Sie sich mit den Eingeweihten gut absprechen und das Spiel vielleicht sogar einmal vorher proben, um einen glatten Ablauf zu garantieren.

Trauzeugen-Geheimtipps:

  • Köpfe zusammenstecken: Tun Sie sich mit dem anderen Trauzeugen zusammen. Besonders in der Vorbereitungsphase können Sie so viel Energie sparen und vielleicht kommen Ihnen bei einem gemeinsamen Brainstorming ja auch noch ein paar tolle Ideen. Außerdem ist so die Planung „aus einem Guss“.
  • Der Masterplan: Machen Sie sich im Vorfeld eine Checkliste. Überlegen Sie, wann was organisiert werden muss. Besprechen Sie auch mit dem Brautpaar, wo sie sich Unterstützung wünschen. Wenn Sie von Vornherein den Überblick haben, kommt es nicht zu bösen Überraschungen.
  • Arbeiten Sie digital: Eine Hochzeits-Website kann Ihnen die Planung sehr erleichtern. Informationen können Sie so schnell an alle Beteiligten weitergeben. Außerdem lassen sich hier auch interaktive Tools wie ein Diskussionsforum oder ein Terminkalender integrieren, sodass auch die anderen Gäste hier ihre Informationen bündeln können.
  • Die eiserne Reserve: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass sich partout keine gute Stimmung einstellen will, sollten Sie ein paar Spielchen in petto haben, um das Eis zu brechen. Diese sollten möglichst kurz und unkompliziert sein und den Teilnehmern nicht zu viel abverlangen, damit die Hemmschwelle zum Mitmachen nicht zu groß wird. Bei Party-Flaute können Sie so etwas Unterhaltung aus dem Hut zaubern. Wenn die Gesellschaft von alleine in Laune kommt, verzichten Sie aber auf diesen Sondereinsatz.
  • Haben Sie Spaß! Das ist wahrscheinlich der wichtigste Tipp von allen. Nicht nur das Brautpaar soll sich entspannen. Auch Sie sollten am Tag der Feier gelassen bleiben. Das Wichtigste ist, dass die Stimmung gut ist und die Feier ungezwungen verläuft. Dass Ihr Zeitplan eingehalten wird, ist dann nebensächlich. Widerstehen Sie also der Versuchung, Gäste zur Eile zu ermahnen oder gestresst hin und her zu rennen. Wenn alle Spaß haben, ist es egal, dass sich der Nachtisch etwas verzögert.