Sekt Gläser anstoßen

Haltbarkeit, Kalorien und Sorten: Alles, was Sie schon immer über Sekt wissen wollten

Sekt ist das prickelnde Vergnügen, das uns zu Geburtstagen, Festen und natürlich zu Silvester regelrecht verfolgt. Doch warum ist das eigentlich so? Und was ist dran an dem edlen Tropfen, dass er für uns zu besonderen Anlässen einfach dazu gehört? Wir haben hinter die Kulissen des perlenden Getränks geblickt und zeigen Ihnen die wichtigsten Fakten rund um Sekt.

Mit Sekt anstoßen: Deshalb ist es an Silvester Tradition

Mit Freunden anstoßen

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Schon vor 200 Jahren war es in den besseren Kreisen üblich, zu besonderen Anlässen mit Sekt anzustoßen. Damals war Sekt allerdings noch kein erschwingliches Getränk, sondern ein Zeichen größten Luxus. Nur gutsituierte Bürger konnten sich diesen Genuss leisten. Bis heute hat das Getränk einen Hauch der Dekadenz und Wohlstand. Da es allerdings mittlerweile erschwinglich ist, zieht sich die Tradition durch alle Gesellschaftsschichten und Sekt wird zu verschiedensten Anlässen – allen voran natürlich zu Silvester – genossen.

Herstellung: wie Sekt entsteht

Sekt ist eine Weiterführung von vergorenen Weinen mit einer bestimmten Säure. Er wird mit einer sogenannten „Dosage“ versetzt, die aus Zucker und Hefe besteht. Nun beginnt die zweite Gärung. Dabei entsteht Kohlensäure, die sich mit dem Wein verbindet und später für das Prickeln des Sekts sorgt. Die Hefe überträgt zudem einen Teil ihrer Geschmacksstoffe auf den Sekt, ehe sie später entfernt wird. Zuletzt fügt der Winzer noch einmal eine Dosage hinzu, dieses Mal aus Wein und Zucker. Man unterscheidet drei Arten der Lagerung während der Gärung:

  • Traditionelle Flaschengärung: Der Wein wird während der gesamten Verarbeitung zum Sekt in Flaschen gelagert. Die Hefe wird zum Ende der Gärzeit durch ein spezielles Verfahren gefroren und entfernt. Die Dosage ersetzt die dadurch entstehende Fehlmenge.
  • Flaschengärung: Der Grundwein gärt zwar in Flaschen, wird allerdings nach dem Gären zur Klärung in Tanks umgefüllt und mit der Dosage gemischt. Erst dann wird er wieder in Flaschen abgefüllt.
  • Großraumgärung: Der Wein wird in Fässern vergoren, gefiltert und mit der Dosage aufgefüllt. Dann erfolgt die Füllung der Flaschen.

Brut, Trocken, Halbtrocken: Welcher Sekt schmeckt wie?

Sekt wird mittels sieben EU-rechtlich geregelter Geschmacksrichtungen eingestuft. Sie richten sich in erster Linie danach, wie viel Restzucker sie pro Liter enthalten und wie süß sie demnach sind. Unsere Grafik zeigt anschaulich, wie viel Süße Sie erwarten dürfen:

Restzucker im Sekt

 

Ideal zum Anstoßen eignen sich die Geschmacksrichtungen brut und extra trocken. Möchten Sie den Sekt hingegen zu einer Bowle verarbeiten, bieten sich je nach Rezept und je nach Vorliebe der Gäste trockene bis milde Varianten an.

Kalorien und Kohlenhydrate: Was steckt drin im Sekt?

Wie viele Kalorien Sekt genau enthält, hängt davon ab, welche Sorte Sie bevorzugen. In einem milden Sekt stecken beispielsweise 11 g Kohlenhydrate und 108 Kalorien auf 100 ml. Mit einem trockenen Sekt hingegen fahren Figurbewusste besser: 3,5 g Kohlenhydrate treffen auf 76 Kalorien auf 100 ml. Je niedriger der Zuckergehalt ausfällt, desto freundlicher ist das Anstoßen zu Silvester zu Ihrer Waage.

Verschiedene Sektsorten

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Alkoholgehalt von Sekt: So viel dürfen Sie trinken

Wenn Sie an Silvester noch selbst mit dem Auto nach Hause fahren möchten, sollten Sie sich mit dem Alkoholgehalt von Sekt auseinandersetzen. Sekt enthält mindestens 10 Volumenprozent Alkohol. Wie viel Sie tatsächlich trinken dürfen, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem vom Alkoholgehalt des Sekts und Ihrer persönlichen Konstitution (Alter, Fitness, Gewicht, Körpergröße). Unter der gesetzlichen Grenze von 0,5 Promille bleiben Sie normalerweise mit höchstens zwei Glas Sekt, wenn Sie sie nicht gerade auf nüchternen Magen trinken. Da Sekt manchen Menschen aber schnell „in den Kopf steigt“, sollten Sie sich als Fahrer besser auf ein Glas oder auch die mit Saft gemischte Variante beschränken.

Sollten es doch mal ein paar Gläser zu viel gewesen sein, denken Sie daran: „Don’t drink and drive!“

Tipp: Es gibt auch alkoholfreien Sekt, der nur einen minimalen Restalkohol von 0,2 bis 0,5 Prozent aufweist. Selbst als Fahrer dürfen Sie davon mehrere Gläser trinken.

Mit Sekt anstoßen: die ideale Trinktemperatur

Wie bei Wein steht und fällt der Genuss von Sekt mit der richtigen Trinktemperatur. Diese richtet sich nach der Art des Sekts:

Sorte Ideale Trinktemperatur
Weißer Sekt 5 bis 7 °C
Rosé Sekt 6 bis 8 °C
Roter Sekt 9 bis 11 °C

Sekt mischen: leckere Kreationen von Bowle bis Cocktail

Hugo Sekt

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Gerade zu Silvester wird der Sekt gerne auch zu einem leckeren Mischgetränk verarbeitet. Sehr beliebt ist beispielsweise die klassische Sekt-Bowle, gerne modern interpretiert, oder auch spannende Cocktails mit Sekt. Hier ein paar Rezepte für Ihre ersten Mix-Versuche:

  • Retro-Bowle: Mischen Sie 700 ml trockenen Weißwein und 1 kg Fruchtcocktail (Dose). Geben Sie kurz vor dem Servieren kalten trockenen oder halbtrockenen Sekt hinzu. Möchten Sie frisches Obst verwenden, können Sie die fehlende Süße, die der Fruchtcocktail der Bowle normalerweise verleihen würde, durch einen milden Sekt ausgleichen.
  • Hugo: Mischen Sie 150 ml Sekt, 100 ml spritziges Mineralwasser und 2 cl Holunderblütensirup in einem Weißweinglas. Garnieren Sie das Ganze mit frischen Minzeblättern, Limettenscheiben oder -stückchen und Eiswürfeln.
  • Orange Kiss: Geben Sie Orangenstückchen, 2 dünne Ingwerscheiben, einige Blätter Zitronenmelisse und Eiswürfel in ein Weißweinglas und füllen Sie mit einem trockenen Sekt auf.

Sekt lagern: Wie ist es um die Haltbarkeit bestellt?

Sekt ist im Gegensatz zu Weinen nicht dafür geeignet, lange aufbewahrt zu werden. Wenn Sie ihn kaufen, ist er bereits auf seinem geschmacklichen Höhepunkt und sollte am besten so schnell wie möglich getrunken werden. Selbst bei optimaler Lagerung verlieren die meisten Sekte spätestens nach ein bis zwei Jahren ihre Perlen und verändern sich auch im Geschmack.

Möchten Sie dennoch einen Sekt lagern, beachten Sie die folgenden Hinweise, um die Haltbarkeit zu erhöhen:

  • idealerweise im Keller oder in Weinkühlschränken lagern
  • kühle, dunkle und ruhige Umgebung
  • stehend lagern, Flaschen nicht hinlegen
  • keine Temperaturschwankungen
  • keine zu hohe Hitze
  • keine starke Lichteinwirkung
  • keine Lagerung in Steinregalen oder Tonröhren (Gefahr, dass die Flaschen durch kleine Beschädigungen bersten)

Ist Sekt vegan?

Da Wein aus pflanzlichen Ausgangsstoffen gewonnen wird, läge die Vermutung nahe, dass Sekt auch für Veganer geeignet ist. Doch das ist bei Weitem nicht immer so. Insbesondere im Arbeitsschritt des Klärens werden häufig tierisch gewonnene Klärmittel eingesetzt. Möchten Sie einen wirklich veganen Sekt genießen, sollten Sie im Handel auf entsprechende Siegel achten, z. B. das V-Label. Dieses tragen zahlreiche Weingüter, beispielsweise der Isegrim-Hof aus der Rheinneckar-Gegend oder das Weingut Hemer bei Worms.