Sprüche für Frühjahr und Sommer

Es gibt eine schöne Offenheit, die sich öffnet wie eine Blume: nur um zu duften.
Friedrich Schlegel, Philosoph und Dichter (1772 – 1829)
Wenn der Sommer sich verkündet,
Rosenknospe sich entzündet,
wer mag solches Glück entbehren?
Johann Wolfgang von Goethe
Es ist doch im April fürwahr,
der Frühling weder halb noch gar!
Komm Rosenbringer, süßer Mai,
komm du herbei!
So weiß ich, daß es Frühling sei.
Eduard Friedrich Mörike, Lyriker und Erzähler (1804 – 1875)
Das Schöne am Frühling ist, dass er immer gerade dann kommt, wenn man ihn am dringendsten braucht.
Jean Paul, Schriftsteller (1763 – 1825)
Ja es umgibt uns eine neue Welt!
Der Schatten dieser immer grünen Bäume
Wird schon erfreulich. Schon erquickt uns wieder
Das Rauschen dieser Brunnen, schwankend wiegen
Im Morgenwinde sich die jungen Zweige.
Die Blumen von den Beeten schauen uns
Mit ihren Kinderaugen freundlich an.
Der Gärtner deckt getrost das Winterhaus
Schon der Citronen und Orangen ab,
Der blaue Himmel ruhet über uns
Und an dem Horizonte lös't der Schnee
Der fernen Berge sich in leisen Duft.
Johann Wolfgang von Goethe, Dichter (1749 – 1832)
O sanfter, süßer Hauch!
schon weckest du wieder
Mir Frühlingslieder,
Bald blühen die Veilchen auch.
Ludwig Uhland, Lyriker und Germanist (1787 – 1862)
Der Frühling ist eine echte Auferstehung, ein Stück Unsterblichkeit.
Henry David Thoreau, Philosoph und Schriftsteller (1817 – 1862)
Der Sommer gibt Korn,
der Herbst gibt Wein;
der Winter verzehrt,
was beide beschert.
Deutsches Sprichwort
Es lächelt der See, er ladet zum Bade.
Friedrich Schiller, Dichter und Philosoph (1759 – 1805)
Frühling ist die schöne Jahreszeit, in der der Winterschlaf aufhört und die Frühjahrsmüdigkeit beginnt.
Emanuel Geibel, Lyriker und Dramatiker (1815 – 1884)
Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!
Eduard Friedrich Mörike, Lyriker und Erzähler (1804 – 1875)
Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär',
wär' zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
Friedrich Freiherr von Logau, Satiriker (1604 – 1655)
Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
ich nahm es so im Wandern mit,
auf daß es einst mir möge sagen,
wie laut die Nachtigall geschlagen,
wie grün der Wald, den ich durchschritt.
Theodor Storm, Dichter und Novellist (1817 – 1888)
Wie Samen, die unter der Schneedecke träumen, träumen eure Herzen vom Frühling. Vertraut diesen Träumen, denn in ihnen verbirgt sich das Tor zur Unendlichkeit.
Khalil Gibran, Dichter (1883 – 1931)
Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergißmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühler See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnenkrem,
nach Straßenstaub und Rosen.

Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeereis, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.

Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt:
Ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
der Wind rauscht in den Bäumen.
Ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.
Ilse Kleberger, Schriftstellerin (1921 – 2012)
Ihr jauchzet in luftigen Räumen
Und treibet viel liebenden Scherz
Auf sonnigen Dächern und Bäumen,
Und innig versteht euch mein Herz.

Ich weiss, was der Frühling bedeutet:
Zum Liebesfest schmückt sich der Hain;
Die liebliche Schneeglocke läutet
Ganz leise das Wonnefest ein.
Christoph August Tiedke, Dichter (1752 – 1841)
Sommer ist die Zeit, in der es zu heiß ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.
Mark Twain, Erzähler und Satiriker (1835 – 1910)
Auf die Berge möcht ich fliegen,
möchte seh'n ein grünes Tal,
möcht in Gras und Blumen liegen
und mich freu'n am Sonnenstrahl.
Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Lyriker (1798 – 1874)
Wenn der Frühling ins Land zieht,
wäre es eine Beleidigung der Natur,
nicht einzustimmen in ihr Jauchzen.
John Milton, Dichter und Philosoph (1608 – 1674)
Leise zieht durch mein Gemüt
Liebliches Geläute.
Klinge, kleines Frühlingslied,
Kling hinaus ins Weite!

Kling hinaus bis an das Haus,
Wo die Blumen sprießen.
Wenn du eine Rose schaust,
Sag, ich lass sie grüßen.
Heinrich Heine, Dichter (1797 – 1856)
Unser Sommer ist nur ein grün angestrichener Winter, sogar die Sonne muß bei uns eine Jacke von Flanell tragen, wenn sie sich nicht erkälten will.
Heinrich Heine, Dichter und Erzähler (1797 – 1856)
Nun knospt es im griechischen Süden,
es sprosst an den Hängen empor,
bald steht in Millionen Blüten
leuchtend ein rötlicher Flor!

Ob wohl mit der Mandelblüte,
auf weinender Augen Glanz,
lindernde Hände breitet
die Liebe, im Frühlingskranz?
Hermione von Preuschen, Dichterin (1854 – 1918)
Rosen, ihr blendenden, Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende, Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte, Knospen entsiegelte,
Eilet zu blühn!
Johann Wolfgang von Goethe, Dichter (1849 – 1835)
Im Frühling kehrt die Wärme in die Knochen zurück.
Vergil, röm. Dichter (70 – 19 v.Chr.)
Die Liebe zum Garten ist ein Same, der, einmal gesäet,
nie wieder stirbt, sondern weiter und weiter wächst -
eine bleibende und immer voller strömende Quelle der Freude.
Gertrude Jekyll, Malerin und Schriftstellerin (1843 – 1932)
Die Bäume blühen überall,
die Blumen blühen wieder,
und wieder singt die Nachtigall
nun ihre alten Lieder.
O glücklich, wer doch singt und lacht,
daß auch der Frühling sein gedacht.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Schriftsteller (1798 – 1874)
Alles freut sich und hoffet, wenn der Frühling sich erneut.
Friedrich Schiller, Schriftsteller (1759 – 1805)